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Berufsschwierigkeiten und Bewältigungsstrategien von Richtern und Rechtsanwälten: Moraldilemmata von Richtern und Rechtsanwälten aus rechtspsychologischer Sicht

Type
fundamental research project
Start Date
January 1, 2004
End Date
May 21, 2008
Status
completed
Keywords
Judge
Lawyer
Gender
Legal Psychology
Mora Dilemma
Work-life-balance
Coping
Description
Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die Untersuchung von Berufsschwierigkeiten, Moraldilemmata und Bewältigungsstrategien von Richtern und Rechtsanwälten. In der ersten, qualitativen Phase des Projekts wurden 80 Richter und Anwälte interviewt. Im Rahmen der qualitativen Auswertung wurden vier Typen von Moraldilemmata bei Richtern und drei Typen von Moraldilemmata bei Rechtsanwälten analysiert. In der zweiten Untersuchungsphase standen quantitative Methoden im Vordergrund. Hier wurden die Ergebnisse aus der ersten Phase überprüft und erweitert (N = 1535, davon 1152 Rechtsanwälte und 383 Richter). Es zeigte sich, dass die Mehrzahl der befragten Richter und Rechtsanwälte mit Moraldilemmata in ihrem Berufsleben bereits konfrontiert waren. Das Moraldilemma "Recht versus Gerechtigkeit" wurde beispielsweise von 94% der Richter bereits mindestens einmal erlebt.

Der Genderaspekt war zentral in der Studie bzw. die Fragen, ob es zu geschlechtsspezifischen Berufsschwierigkeiten, Moraldilemmata und Bewältigungsstrategien unter RichterInnen und RechtsanwältInnen kommt. Die Analyse der qualitativen und quantitativen Daten verdeutlicht z.B., dass Richterinnen und Richter in ihrer komplexen Tätigkeit vor ähnlichen Berufsschwierigkeiten stehen (wie z.B. Zeitdruck, Work-Life-Balance, Entscheidungsschwierigkeiten). Sie wenden ähnliche Lösungen und Bewältigungsstrategien im Umgang mit den Berufsschwierigkeiten an.
Doch ein Unterschied lieg vor, der nicht vernachlässigt werden darf: 50% der befragten Richterinnen geben an, wegen ihres Geschlechts bereits einmal benachteiligt worden zu sein. Bei Richtern beträgt der Anteil der selbst erlebten Benachteiligung aufgrund des Geschlechts lediglich 5%. Gleichzeitig jedoch betonen die Richterinnen, dass die erlebten Benachteiligungen nicht in Form von systematischen Diskriminierungen erfolgen, sondern von einzelnen Kollegen, Rechtsanwälten und Parteien erfahren werden.

Die Forschungsergebnisse fliessen in Weiterbildungen von Richtern und Anwälten sowie in universitäre Lehrveranstaltungen ein. Die Ergebnisse des Projekts wurden in zahlreichen Fachartikeln sowie in den folgenden 2 Büchern veröffentlicht: "Moraldilemmata von Richtern und Rechtsanwälten" (Dike-Verlag 2006) und "Zwischen Recht und Gerechtigkeit. Richterinnen im Spiegel der Zeit" (Stämpfli-Verlag 2007).
Leader contributor(s)
Ludewig, Revital  
Member contributor(s)
Angehrn, Evelyne
Weislehner, Kathleen
Funder

SNF Other

Topic(s)
berufliche Moraldilemmata
Psychologie
Recht
Berufsbelastungen
Richter
Rechtsanwälte
Bewältigungsstrategien
Gender
Method(s)
Qualitative und quantitative Forschungsmethoden
Range
School
Range (De)
School
Division(s)

IRP - Institute for L...

Eprints ID
212187
Support
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