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Von der Revolution zur Moderne. Eine europäische Kulturmorphologie des 19. Jahrhunderts anhand der Biographie Malwida von Meysenbugs (1816-1903)

Type
fundamental research project
Start Date
August 1, 2007
End Date
August 31, 2008
Status
ongoing
Description
Das vorliegende Projekt will einen innovativen Beitrag zur Erforschung der neueren europäischen Kulturgeschichte leisten. Der Weg von den Revolutionen der Jahre 1848/49 in die Moderne soll in seiner komplexen Entwicklung dargestellt werden. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehen dabei die Schlüsselkonzepte Gesellschaft, Nation, Kunst und Individuum in ihrem je wechselnden Gehalt. Das Gesicht dieser Entwicklung ist höchst ambivalent: Rationalisierung, Technisierung, Demokratisierung und Nationenbildung prägen den historischen Prozess, gleichzeitig machen sich aber auch negative Begleiterscheinungen wie Entzauberung, Ausbeutung, Imperialismus und gesellschaftliche Segregation bemerkbar. Sowohl die attraktive wie auch die abstossende Seite der modernen Gesellschaft gehen auf eine intensive Kulturarbeit zurück, die im 19. Jahrhundert geleistet wurde. Intellektuelle entwarfen zahlreiche Konzepte theoretisch, revidierten sie kritisch und erprobten sie in der eigenen Lebenspraxis.
Es gibt mithin eine eminente biographische Komponente in der langwierigen und vielschichtigen Herausbildung der modernen Kultur: Die experimentellen Diskurse, die sich im 19. Jahrhundert auf das Individuum richteten, schlugen sich in autonomen Lebensstilen und persönlicher Bildungspraxis nieder. Mehr noch: Die Lebbarkeit galt nachgerade als Bestätigungsprobe für die Richtigkeit der neuen Wahrheitsentwürfe. Das Private und das Öffentliche waren eng miteinander verbunden: Was sich in der Gesellschaft bewähren sollte, musste bereits im Subjekt angelegt sein.
Diese Biographisierung kultureller Innovationsarbeit bildet die methodische Grundlage des Projekts. In einer kulturmorphologischen Untersuchung soll die Biographie der deutschen Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Malwida von Meysenbug (1816-1903) in ihrer Wechselwirkung mit der Herausbildung der Moderne dargestellt werden. Malwida von Meysenbug eignet sich in herausragender Weise für eine solche Untersuchung, weil sie mit fast allen relevanten europäischen Nationalkulturen in Berührung kam und Kontakt zu führenden Geistesgrössen ihrer Zeit hatte (Herzen, Wagner, Nietzsche, Rolland).
Das Forschungsvorhaben beschränkt sich nicht auf den Kontext einer bestimmten Nationalkultur, sondern verfolgt einen vergleichenden europäischen Ansatz. Die Darstellung ist sowohl interdisziplinär (Geschichte, Literatur, Musik, Politik, Philosophie, Soziologie) als auch raumübergreifend (Deutschland, Russland, England, Frankreich, Italien) angelegt.
Die Untersuchung richtet sich nicht nur an ein akademisches Publikum, sondern auch an eine breitere Leserschaft und soll in einem grossen Sachbuchverlag veröffentlicht werden.
Leader contributor(s)
Gaehwiler, Elena
Funder

HSG – Grundlagenforsc...

Range
Institute/School
Range (De)
Institut/School
Division(s)

SHSS - School of Huma...

Eprints ID
39225
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