Gegen das Melodram : "Die Macht der Frauen" von Elena Chizhova
Journal
Neue Zürcher Zeitung : NZZ
ISSN
0376-6829
Type
newspaper article
Date Issued
2012-12-15
Author(s)
Abstract (De)
Der Feminismus hat in Russland einen schweren Stand. Viele russische Frauen wundern sich auch heute noch über Begriffe wie «Emanzipation» oder «Gleichberechtigung». 1917 gehörte das revolutionäre Russland zu den ersten Staaten in Europa, die das Frauenwahlrecht einführten. Erwerbsarbeit war während der gesamten Sowjetzeit eine Selbstverständlichkeit für die russischen Frauen die klassische Rollentrennung galt als bourgeois, die Bindung der Frau an Herd und Heim als familiäre Form der Ausbeutung. Wie in so vielen Bereichen der sowjetischen Gesellschaftsordnung klafften Anspruch und Realität auch in der Geschlechterfrage weit auseinander. Die Frauen waren nicht einfach gleichberechtigt, sondern trugen neben dem Beruf zusätzlich die Last des Haushalts und der Kindererziehung. Lange Zeit war dieses Thema in der offiziellen Literatur tabu. Erst 1969 schilderte Natalja Baranskaja in der fulminanten Erzählung «Woche um Woche» den ganz normalen Wahnsinn einer weiblichen Existenz in der Sowjetgesellschaft.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Refereed
No
Publisher
Neue Zürcher Zeitung
Publisher place
Zürich
Volume
233
Number
293
Start page
63
Subject(s)
Eprints ID
218779
File(s)![Thumbnail Image]()
open.access
Name
2012_Schmid_NZZ_Chizhova.pdf
Size
568.68 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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