Aristoteles und die Bilanz. Über Moral und Unmoral hoher Gewinne
Type
working paper
Date Issued
1993-01-01
Author(s)
Wuehrl-Struller, Klaus
Abstract (De)
Es wird im vorliegenden Beitrag versucht, Ethik als etwas zu fassen, das dem betriebswirtschaftlichen Prozess nicht äusserlich, sondern diesem Prozess immanent zugehörig ist. Betriebswirtschaftliches Denken ohne die Einbeziehung ethisch-praktischer Überlegungen ist unvollständig. In einem ersten Schritt wird die scheinbare Unvereinbarkeit des "gut-gehens", d.h. ökonomischer Erfolge, mit dem "gut-sein", d.h. moralisch einwandfreien Lebenswandels, als das unternehmens-ethische Grundproblem herausgearbeitet (Abschnitt 2). Um dieses Problem lösen zu können, wird vorab die Frage nach den Gründen für moralisches Handeln von Führungskräften erörtert (Abschnitt 3). Im Rückgriff auf die Antike und speziell auf die aristotelische Ethik wird gezeigt, dass "gut-gehen" und "gut-sein" keineswegs per se unvereinbare Gegensätze darstellen. Die Vereinigung der scheinbaren Gegensätze wird möglich unter dem Ziel der Eudaimonia, des "Guten Lebens", das sich als Ziel ökonomischen wie moralischen Handelns gleichermassen herausstellt (Abschnitt 4). Voraussetzung für ein derartig "Gutes Leben" ist Handeln gemäss den Tugenden, als deren zentrale sich für uns Heutige die "Verantwortung" erweist (Abschnitt 5). Wesentliche Voraussetzung für tugendhaftes Handeln ist die praktische oder sittliche Klugheit. Als möglicher Orientierungsrahmen bietet sich das Konzept einer weltweiten zivilen Gesellschaft an (Abschnitt 6).
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
Subject(s)
Eprints ID
17143