Slowest Motion. Das Foto im Film
Series
Sozialtheorie
ISBN
978-3-8376-2861-6
Type
book section
Date Issued
2017-03-22
Author(s)
Abstract (De)
In seinem Buch ›Film als Theorie‹ konzeptualisiert Volker Pantenburg das Verhältnis von Foto und Film in zweierlei Hinsicht. Systematisch lege das Foto im Film offen, dass der Film als Bewegung zwischen den Bildern stattfinde, indem das Gehirn etwas synthetisiere und sichtbar mache, was es im Material der aneinandergereihten Einzelbilder nicht gebe. Historisch verweise das Foto im Film auf den Realismusgehalt des Mediums, das – zumindest bis zum Drama der Ontologie im digitalen Zeitalter – mit dem Kamera-Auge etwas aufzeichnet, was tatsächlich so da gewesen ist. Aus dieser Analyse leitet Pantenburg dann eine duale Klassifikation von Filmen ab, die auf den Prinzipien Zeit und Raum beruhen: Werde in den »fiktionalen ›Fotofilmen‹ das abstrakte Prinzip der Zeit und die mit ihm verbundenen Komplexe (Erinnerung, Melancholie)« zum Gegenstand der Reflexion, so zögen im Gegensatz dazu »die Dokumentarfilme ihre Kraft meist aus der ungebrochenen Referenzialität des Fotos«, das behaupte, dass das Gesehene tatsächlich so stattgefunden habe (Pantenburg 2006: 194). Ich möchte im Folgenden mit dieser Heuristik auf einen Spielfilm schauen, der beide Aspekte aufnimmt und fortführt – den Film ›Code inconnu‹ von Michael Haneke aus dem Jahr 2000 –, und davon ausgehend eine Trias des Umgangs mit dem Standbild in der digitalen Medienwelt entwickeln.
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
HSG Profile Area
SHSS - Kulturen, Institutionen, Maerkte (KIM)
Book title
Fotografie und Gesellschaft. Phänomenologische und wissenssoziologische Perspektiven
Publisher
transcript
Publisher place
Bielefeld
Start page
257
End page
266
Subject(s)
Division(s)
Eprints ID
268832