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Details

Machtkonsolidierung unter V. V. Putin : Eine Analyse im Lichte europäischen und russischen Rechtsstaatsdenkens

ISBN
9783839127513
Type
doctoral thesis
Date Issued
2009
Author(s)
Taubert, Denis  
Abstract (De)
Machtkonsolidierung unter Vladimir Putin stellt sich als Vorhaben zur Rückgewinnung und zum Erhalt vollwertiger Staatlichkeit dar. Eine erfolgreiche Beanspruchung des Gewaltmonopols, die Fähigkeit zur Rechtsdurchsetzung sowie die Etablierung eines einheitlichen Rechtsraums sind die wesentlichen Zielnormen der untersuchten Prozesse. In diesem Kontext wurde hinterfragt, ob die getätigten Konsolidierungsschritte mit europäischen und russischen Vorstellungen von einer rechtsstaatlichen Ordnung konform gehen. Die in einer ersten Phase der Machtkonsolidierung (bis in den Herbst 2004) getätigten Modifikationen am staatsorganisationsrechtlichen Gepräge bewegten sich mehrheitlich im rechtsstaatlich vertretbaren Rahmen. In einer zweiten Phase (bis ins Frühjahr 2008) liess sich hingegen nicht nur das genaue Gegenteil hiervon feststellen, sondern auch eine aus rechtsstaatlicher Perspektive negative Rückwirkung auf die zuvor eingeleiteten Schritte ausmachen. - Das Legalitätsprinzip und die Gewaltenteilungsmaxime wurden massiv in Mitleidenschaft gezogen.

Obschon Massnahmen zur Durchsetzung der bestehenden Rechtsordnung, zur Vereinheitlichung des Rechtsraums oder zur Stärkung der Unabhängigkeit der Justiz ergriffen wurden, muss dennoch der Wille zur Verwirklichung einer rechtsstaatlichen Ordnung im Geiste der Rule of Law bezweifelt werden. Ein dem realistischen Politikverständnis nahestehender Umgang mit Macht, der sich in der Instrumentalisierung des Rechts, mithin in beliebigen Interpretationen der Verfassungsordnung niederschlägt, kennzeichnet letztlich eine Ordnung, die sich am ehesten als Rule by Law charakterisieren lässt. Typisches Attribut, sowohl für den Konsolidierungsprozess als auch für die neu entstandene Ordnung, ist, nebst einer Machtkonzentration beim Präsidenten, eine Herrschaft, die sich auf persönliche Abhängigkeitsverhältnisse und proklamierte Verantwortlichkeit stützt. Dem russischen Staatswesen droht daher: Eine neue "`Rechtsunordnung"' durch faktisch um die Deutungshoheit über die Rechtsordnung konkurrierende Aufsichtsorgane des Bundes, welche regionale Machtverhältnisse spiegeln wird; eine die Funktionsausübung der Exekutive lähmende Mentalität allseitiger (informeller) Rückversicherung gegenüber Aufsichtsorganen und daraus folgend womöglich ein Kartell aus Aufsicht führenden und zu beaufsichtigten Kräften.
Language
German
Keywords
Rechtsstaat
Russland
Putin
Gewaltenteilung
Legalitätsprinzip
Macht
Rule of Law
Rule by Law
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
Publisher
Books on Demand
Publisher place
Norderstedt
URL
https://www.alexandria.unisg.ch/handle/20.500.14171/77385
Subject(s)

political science

Division(s)

LS - Law School

Eprints ID
56816
Support
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