Essays in financial intermediation
Type
doctoral thesis
Date Issued
2021
Author(s)
Dinkelaker, Kilian Richard
Abstract
This thesis encompasses three independent studies related to the subject of financial intermediation.
In the first study, we explore the credit analyst coverage of corporate debt issuers at the three leading credit rating agencies. In particular, we empirically assess whether analyst changes have an influence on credit ratings. In light of the continued criticism of credit rating agencies, the role of analyst changes might have been overlooked. We demonstrate that analyst changes are associated with increased rating change activism. At the same time, we find that the effect on credit ratings per se is limited. Our results inform legislation mandating analyst rotation as a legal requirement.
The second study investigates the role of information asymmetry between borrowers and lenders with regard to the cost of non-bank private placements of debt. Such debt instruments have gained momentum in periods of a credit crunch and quantitative easing in monetary policy. We utilize several measures of information asymmetry. Empirical results reveal higher costs of debt incurred by opaque issuers as compared to their more transparent counterparts. These findings are of relevance for corporate financing decisions as well as policy initiatives attempting to broaden the sources of private sector refinancing.
The third study pioneers research on the effects of mainstream location-based social media on the financial services sector. I determine whether consumer ratings of bank branches in a major online social network have an effect on the growth of branch deposits. I conclude that higher consumer ratings are linked to higher deposit volume growth in terms of correlation. Whereas further empirical analysis shows that this is not a causal effect. My findings relate to decision-making not only for bank management but also for legislators in the debate about social media and its potential opportunities and caveats.
In the first study, we explore the credit analyst coverage of corporate debt issuers at the three leading credit rating agencies. In particular, we empirically assess whether analyst changes have an influence on credit ratings. In light of the continued criticism of credit rating agencies, the role of analyst changes might have been overlooked. We demonstrate that analyst changes are associated with increased rating change activism. At the same time, we find that the effect on credit ratings per se is limited. Our results inform legislation mandating analyst rotation as a legal requirement.
The second study investigates the role of information asymmetry between borrowers and lenders with regard to the cost of non-bank private placements of debt. Such debt instruments have gained momentum in periods of a credit crunch and quantitative easing in monetary policy. We utilize several measures of information asymmetry. Empirical results reveal higher costs of debt incurred by opaque issuers as compared to their more transparent counterparts. These findings are of relevance for corporate financing decisions as well as policy initiatives attempting to broaden the sources of private sector refinancing.
The third study pioneers research on the effects of mainstream location-based social media on the financial services sector. I determine whether consumer ratings of bank branches in a major online social network have an effect on the growth of branch deposits. I conclude that higher consumer ratings are linked to higher deposit volume growth in terms of correlation. Whereas further empirical analysis shows that this is not a causal effect. My findings relate to decision-making not only for bank management but also for legislators in the debate about social media and its potential opportunities and caveats.
Abstract (De)
Die vorliegende Arbeit untersucht drei unabhängige Fragestellungen auf dem Gebiet der Finanzintermediation.
Kreditanalysten der drei weltweit führenden Rating-Agenturen stehen in der ersten Studie im Zentrum der Untersuchung. Die empirische Analyse konzentriert sich auf die organisationsinterne Neubesetzung von Kreditanalysten in ihrer beobachtenden sowie untersuchenden Rolle von Emittenten. Insbesondere interessiert uns dabei, welchen Einfluss solcherlei personelle Wechsel auf die Bonitätseinstufung von Emittenten haben. Diesen organisatorischen Veränderungen wird in der andauernden kritischen Auseinandersetzung mit Rating-Agenturen wenig Beachtung geschenkt. Die Ergebnisse zeigen einerseits: Finden Neubesetzungen von Analysten statt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bonitätseinstufungen geändert werden. Übergreifend betrachtet zeichnet sich allerdings ein nur geringfügiger Effekt auf die Bonitätseinstufungen per se ab. Unsere Erkenntnisse sind für Gesetzesentscheidungen zu Rotationsvorschriften von Bedeutung.
In der zweiten Studie untersuchen wir die Treiber der Finanzierungskosten von Privatplatzierungen. Anhand der Beleuchtung dieser Thematik tragen wir deren gestiegener Bedeutung infolge von Kreditverknappung und quantitativen Lockerungsmaßnahmen innerhalb der Geldpolitik Rechnung. Die Fragestellung, ob Informationsasymmetrien zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern die Finanzierungskosten beeinflussen, steht dabei im Fokus. Unsere empirischen Analysen ergeben, dass Informationsasymmetrien mit höheren Risikoaufschlägen einhergehen. Diese Erkenntnisse sind zum einen für Entscheidungen von Investoren und Emittenten von Privatplatzierungen relevant. Zum anderen leisten wir einen Beitrag zur Ausgestaltung von politischen Maßnahmen, die darauf abzielen, Refinanzierungsoptionen für den privaten Sektor zu erweitern.
Die dritte Studie kann als Ausgangspunkt für zukünftige Untersuchungen des Einflusses ortsbezogener sozialer Medien auf den Finanzdienstleistungssektor angesehen werden. Ich betrachte hierbei, welche Auswirkungen Konsumentenbewertungen von Bankfilialen auf die dort getätigten Spareinlagen haben. Die Daten eines weit verbreiteten sozialen Online-Netzwerkes dienen als Basis der Analyse. Es lässt sich eine robuste Korrelation dieser Faktoren erkennen: Höhere Bewertungen sind mit höheren Wachstumsraten der Spareinlagen von Bankfilialen assoziiert. In weitergehenden Analysen kann ein kausaler Zusammenhang hingegen nicht bestätigt werden. Meine Erkenntnisse stehen im Kontext der andauernden Debatte zu Chancen und Risiken von sozialen Medien sowie deren Regulierung. Sowohl Banken als auch gesetzgebende Stellen können daraus einen entscheidungsrelevanten Nutzen ziehen.
Kreditanalysten der drei weltweit führenden Rating-Agenturen stehen in der ersten Studie im Zentrum der Untersuchung. Die empirische Analyse konzentriert sich auf die organisationsinterne Neubesetzung von Kreditanalysten in ihrer beobachtenden sowie untersuchenden Rolle von Emittenten. Insbesondere interessiert uns dabei, welchen Einfluss solcherlei personelle Wechsel auf die Bonitätseinstufung von Emittenten haben. Diesen organisatorischen Veränderungen wird in der andauernden kritischen Auseinandersetzung mit Rating-Agenturen wenig Beachtung geschenkt. Die Ergebnisse zeigen einerseits: Finden Neubesetzungen von Analysten statt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bonitätseinstufungen geändert werden. Übergreifend betrachtet zeichnet sich allerdings ein nur geringfügiger Effekt auf die Bonitätseinstufungen per se ab. Unsere Erkenntnisse sind für Gesetzesentscheidungen zu Rotationsvorschriften von Bedeutung.
In der zweiten Studie untersuchen wir die Treiber der Finanzierungskosten von Privatplatzierungen. Anhand der Beleuchtung dieser Thematik tragen wir deren gestiegener Bedeutung infolge von Kreditverknappung und quantitativen Lockerungsmaßnahmen innerhalb der Geldpolitik Rechnung. Die Fragestellung, ob Informationsasymmetrien zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern die Finanzierungskosten beeinflussen, steht dabei im Fokus. Unsere empirischen Analysen ergeben, dass Informationsasymmetrien mit höheren Risikoaufschlägen einhergehen. Diese Erkenntnisse sind zum einen für Entscheidungen von Investoren und Emittenten von Privatplatzierungen relevant. Zum anderen leisten wir einen Beitrag zur Ausgestaltung von politischen Maßnahmen, die darauf abzielen, Refinanzierungsoptionen für den privaten Sektor zu erweitern.
Die dritte Studie kann als Ausgangspunkt für zukünftige Untersuchungen des Einflusses ortsbezogener sozialer Medien auf den Finanzdienstleistungssektor angesehen werden. Ich betrachte hierbei, welche Auswirkungen Konsumentenbewertungen von Bankfilialen auf die dort getätigten Spareinlagen haben. Die Daten eines weit verbreiteten sozialen Online-Netzwerkes dienen als Basis der Analyse. Es lässt sich eine robuste Korrelation dieser Faktoren erkennen: Höhere Bewertungen sind mit höheren Wachstumsraten der Spareinlagen von Bankfilialen assoziiert. In weitergehenden Analysen kann ein kausaler Zusammenhang hingegen nicht bestätigt werden. Meine Erkenntnisse stehen im Kontext der andauernden Debatte zu Chancen und Risiken von sozialen Medien sowie deren Regulierung. Sowohl Banken als auch gesetzgebende Stellen können daraus einen entscheidungsrelevanten Nutzen ziehen.
Language
English
Keywords
Finanzintermediation
Ratingagentur
Finanzanalyst
Regulierung
Privatplatzierung
Kapitalkosten
Asymmetrische Information
Spareinlage
Social Media
EDIS-5040
HSG Classification
not classified
HSG Profile Area
None
Publisher
Universität St. Gallen
Publisher place
St.Gallen
Official URL
Subject(s)
Additional Information
Arnold, Marc (Prof. Dr.) (Dissertationskomitee)
Eprints ID
262439
File(s)![Thumbnail Image]()
Name
Dis5040.pdf
Size
11.7 MB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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