Lebensweltliche Elemente der Ökonomie und Schlussfolgerungen für eine moderne Ordnungsethik
Type
working paper
Date Issued
1994-01-01
Author(s)
Biesecker, Adelheid
Abstract (De)
Der vorliegende Beitrag plädiert für eine neue Sichtweise auf die Ökonomie: Ökonomie wird bestimmt als Raum sozialen Handelns. Das gestaltende Veränderungspotential der Menschen basiert dabei auf lebensweltlichen Elementen, vor allem auf der in ihrer Lebenswelt erlernten Art des kommunikativen Handelns. Im Gegensatz zur traditionellen Ökonomik, die ökonomisches Handeln ausschliesslich als erfolgsorientiert versteht, wird hier die dem kommunikativen Handeln immanente Verständigungsorientierung in den ökonomischen Handlungsraum hereingeholt. Auf dieser theoretischen Grundlage geht der Beitrag der Frage nach, ob es in der Ökonomie einen "systematischen Ort" der Gestaltungsmöglichkeit durch die handelnden Menschen selbst gibt und wo er auszumachen ist. Der Beitrag findet diesen "systematischen Ort" in den ökonomischen Institutionen, insbesondere in den ihnen zeitlich vorgelagerten "sozialen Netzwerken" (Granovetter), die, im Sinne von Habermas, "diskurstheoretisch entziffert" werden, d. h. als soziale Handlungszusammenhänge verstanden werden, in denen bessere Kommunikationsvoraussetzungen bestehen als in den schon verfestigten Institutionen. In diesen sozialen Netzen steht folglich das kommunikative Handeln im Mittelpunkt. In ihnen werden auch die Handlungsgrundlagen reflektiert - diese Netze sind somit auch Entstehungsort und Ansatzpunkt einer modernen Ordnungsethik. Der Beitrag schliesst mit dem Hinweis auf praktische und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen sowie mit dem Gedanken, dass die hier vorgestellte neue Sichtweise von und auf Ökonomie die Modernisierung/Dynamisierung vieler ökonomischer Kategorien erfordert.
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
Subject(s)
Eprints ID
17374