Marktwirtschaft als Teil einer bürgergesellschaftlichen Gesamtordnung
Series
Berichte des Instituts für Wirtschaftsethik
ISSN
978-3-906548-15-9
Type
working paper
Date Issued
2006-10
Editor(s)
Patry, Eric
Abstract (De)
Im ersten Teil wird zunächst das Grundverständnis der Rolle der Wirtschaft in der Bürgergesellschaft aus zwei verschiedenen Perspektiven erläutert. Adrian Schawalder unterscheidet dazu die Idealtypen des "kapitalistischen Libertarismus" und des "republikanischen Liberalismus". Es werden Freiheitsbegriff, Menschenbild, Ausprägung möglicher Wirtschaftsbürgerrechte und daraus abgeleitet das jeweilige Verständnis von "Bürgergesellschaft" und der Rolle der Wirtschaft einander gegenübergestellt. Dadurch wird offensichtlich, dass jedes Verständnis der Rolle der Wirtschaft in der Gesellschaft auf tief verwurzelten normativen Hintergrundannahmen fusst, die es jeweils zu ergründen gilt.
Diesen Faden nimmt Steve Tharakan im zweiten Teil auf, um die beiden Perspektiven zu dynamisieren. Im Fokus stehen dementsprechend die jeweiligen Entwicklungsziele. Wohin soll sich die Bürgergesellschaft eigentlich entwickeln? Den wissenschaftlichen Diskurs in der hierfür relevanten Entwicklungsethik hat Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen stark geprägt. Sein Konzept von "Entwicklung als Freiheit" wird in diesem Artikel in die Entwicklungsperspektiven des kapitalistischen Libertarismus und des republikanischen Liberalismus eingeordnet. Der Fokus liegt dabei auf den Rollen, die die Marktwirtschaft und speziell auch der Staat in der "guten" Entwicklung der Bürgergesellschaft spielen sollen.
In diesem Entwicklungsprozess sind "Unternehmen" besonders wichtig. Im dritten Teil wird deren Rolle in der Bürgergesellschaft untersucht. Michaël Gonin ergründet dazu die historische Entwicklungslinie der zunehmenden Abkoppelung der Unternehmen von bürgergesellschaftlichen Bezugspunkten. Das nun neu vorherrschende Verständnis des Unternehmens als eines von der Bürgergesellschaft emanzipierten unabhängigen Akteurs bedarf der Korrektur. Zu diesem Zweck schlägt Gonin vor, institutionelle wie individuelle "Brücken" zwischen dem WirtschaftsÂleben und der Bürgergesellschaft zu stärken.
In Folge der Globalisierung gewinnen multinationale Unternehmen an Macht. Von daher ist insbesondere deren Rolle in der Bürgergesellschaft und deren Beitrag für die (nicht ohne weiteres) "gute" Entwicklung der Bürgergesellschaft auszuloten. Unternehmerische Verhaltenskodizes und von internationalen Organisationen definierte MindestÂstandards können zu den Brücken gezählt werden, die die Einbindung multiÂnationaler Unternehmen in die Bürgergesellschaft ermöglichen. Im vierten Teil geht Beatrix Kuhlen deshalb der Frage nach, inwieweit sich Verhaltenskodizes und MindestÂstandards aus der republikanisch-liberal verstandenen Idee der Wirtschaftsbürgerrechte begründen lassen und wie dementsprechend das Verhältnis zwischen unternehmerischer Selbstbindung und rechtlicher Verbindlichkeit von Normen zu beurteilen ist.
Inhaltsübersicht
Vorwort:
Marktwirtschaft als Teil einer bürgergesellschaftlichen Gesamtordnung
Eric Patry & Peter Ulrich____________________________________1
Teil I:
Die Wirtschaft in der Bürgergesellschaft -
das Grundverständnis aus kapitalistisch-libertärer und republikanisch-liberaler Perspektive
Adrian Schawalder_________________________________________5
Teil II:
Markt, Staat und die "gute" Entwicklung der Bürgergesellschaft -
Amartya Sen aus kapitalistisch-libertärer und republikanisch-liberaler Perspektive
Steve Tharakan__________________________________________23
Teil III:
Die Trennung des Unternehmens vom Bürger -
eine historisch-kritische Perspektive
Michaël Gonin____________________________________________41
Teil IV:
Die Förderung von Wirtschaftsbürgerrechten -
unternehmerische Selbstbindung oder rechtliche Verbindlichkeit?
Beatrix Kuhlen___________________________________________57
Diesen Faden nimmt Steve Tharakan im zweiten Teil auf, um die beiden Perspektiven zu dynamisieren. Im Fokus stehen dementsprechend die jeweiligen Entwicklungsziele. Wohin soll sich die Bürgergesellschaft eigentlich entwickeln? Den wissenschaftlichen Diskurs in der hierfür relevanten Entwicklungsethik hat Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen stark geprägt. Sein Konzept von "Entwicklung als Freiheit" wird in diesem Artikel in die Entwicklungsperspektiven des kapitalistischen Libertarismus und des republikanischen Liberalismus eingeordnet. Der Fokus liegt dabei auf den Rollen, die die Marktwirtschaft und speziell auch der Staat in der "guten" Entwicklung der Bürgergesellschaft spielen sollen.
In diesem Entwicklungsprozess sind "Unternehmen" besonders wichtig. Im dritten Teil wird deren Rolle in der Bürgergesellschaft untersucht. Michaël Gonin ergründet dazu die historische Entwicklungslinie der zunehmenden Abkoppelung der Unternehmen von bürgergesellschaftlichen Bezugspunkten. Das nun neu vorherrschende Verständnis des Unternehmens als eines von der Bürgergesellschaft emanzipierten unabhängigen Akteurs bedarf der Korrektur. Zu diesem Zweck schlägt Gonin vor, institutionelle wie individuelle "Brücken" zwischen dem WirtschaftsÂleben und der Bürgergesellschaft zu stärken.
In Folge der Globalisierung gewinnen multinationale Unternehmen an Macht. Von daher ist insbesondere deren Rolle in der Bürgergesellschaft und deren Beitrag für die (nicht ohne weiteres) "gute" Entwicklung der Bürgergesellschaft auszuloten. Unternehmerische Verhaltenskodizes und von internationalen Organisationen definierte MindestÂstandards können zu den Brücken gezählt werden, die die Einbindung multiÂnationaler Unternehmen in die Bürgergesellschaft ermöglichen. Im vierten Teil geht Beatrix Kuhlen deshalb der Frage nach, inwieweit sich Verhaltenskodizes und MindestÂstandards aus der republikanisch-liberal verstandenen Idee der Wirtschaftsbürgerrechte begründen lassen und wie dementsprechend das Verhältnis zwischen unternehmerischer Selbstbindung und rechtlicher Verbindlichkeit von Normen zu beurteilen ist.
Inhaltsübersicht
Vorwort:
Marktwirtschaft als Teil einer bürgergesellschaftlichen Gesamtordnung
Eric Patry & Peter Ulrich____________________________________1
Teil I:
Die Wirtschaft in der Bürgergesellschaft -
das Grundverständnis aus kapitalistisch-libertärer und republikanisch-liberaler Perspektive
Adrian Schawalder_________________________________________5
Teil II:
Markt, Staat und die "gute" Entwicklung der Bürgergesellschaft -
Amartya Sen aus kapitalistisch-libertärer und republikanisch-liberaler Perspektive
Steve Tharakan__________________________________________23
Teil III:
Die Trennung des Unternehmens vom Bürger -
eine historisch-kritische Perspektive
Michaël Gonin____________________________________________41
Teil IV:
Die Förderung von Wirtschaftsbürgerrechten -
unternehmerische Selbstbindung oder rechtliche Verbindlichkeit?
Beatrix Kuhlen___________________________________________57
Language
German
Keywords
Marktwirtschaft
Bürgergesellschaft
Wirtschaftsethik
Unternehmen
HSG Classification
contribution to scientific community
HSG Profile Area
SHSS - Kulturen, Institutionen, Maerkte (KIM)
Refereed
No
Publisher
IWE-HSG
Publisher place
St. Gallen
Number
107
Pages
73
Subject(s)
Eprints ID
32379
File(s)![Thumbnail Image]()
Name
Bericht-107.pdf
Size
1.84 MB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
c3f964e80a4c421b5b33ffb407883c4b