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Details

Kehrseiten des Wohlstandes der Nationen. Das Werk von Adam Smith im Spiegel der modernen Überflussgesellschaft

Type
working paper
Date Issued
1990-01-01
Author(s)
Studer, Hans-Peter
Abstract (De)
Im allgemeinen wird der Schotte Adam Smith (1723-1790) heute als Vater der Nationalökonomie in einer Weise verehrt, die ihm nicht wirklich gerecht wird. So missbrauchen ihn entsprechend interessierte Ökonomen und Wirtschaftspraktiker immer wieder sozusagen als 'Schutzheiligen', wenn sie gegen staatliche Eingriffe ins Wirtschaftsgeschehen zu Felde ziehen. Oder aber es wird angesichts sich häufender Fehlentwicklungen und Entartungserscheinungen des modernen Wirtschaftslebens dazu aufgerufen, sich wieder vermehrt auf die einstige Ausgangsposition von Adam Smith zu besinnen und dabei insbesondere auch seinen moralphilosophischen Überlegungen gebührendes Gewicht beizumessen. Demgegenüber versucht der Beitrag aufzuzeigen, dass nicht zuletzt diese Ausgangsposition von Smith die Grundlage für die weitgehende Verselbständigung der heutigen Wirtschaftsaktivitäten mit all den damit verbundenen Problemen und Krisenerscheinungen bildete. Indem er trotz und z.T. auch gerade aufgrund seiner moralphilosophischen Überlegungen die Triade Eigennutz, Reichtums- und Karrierestreben zum zentralen Antriebsmotor seiner Wohlstandsmaschinerie machte, rief Smith, ohne es wirklich zu wollen, Geister, die wir jetzt kaum mehr loswerden. So gesehen vermag es dann eben nicht zu genügen, wenn von namhaften Autoren versucht wird, aus Smith Grenzen herauszulesen, die er selber dem Eigennutz gesetzt hat. Denn zum Teil erwiesen sie sich von allem Anfang an als bei weitem zu schwach und zum Teil waren sie viel eher geeignet, den entfesselten Eigennutz nur noch weiter anzustacheln. Insbesondere das in der ökonomischen Theorie nach wie vor sakrosankte Wettbewerbskonzept sollte diesbezüglich dringend einer grundlegenden Prüfung und Revision unterzogen werden. Die Kehrseiten des Wohlstands der Nationen sind mittlerweile derart bedrohlich geworden, dass wir es uns nicht mehr leisten können, verzweifelt an überkommenen wirtschaftstheoretischen Abstraktionen festzuhalten und all die Probleme, die unser übersteigertes Produzieren und Konsumieren hervorbringt, ausgerechnet durch immer noch mehr Produktion und Konsum aus der Welt schaffen zu wollen. Vielmehr könnte gerade eine vorbehaltlose Rückbesinnung auf Adam Smith mithelfen, der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung durch bewusst anders gestaltete Rahmenbedingungen eine wieder sinnvollere Richtung zu geben. Damit würde nämlich Smiths an sich richtige Grundidee der weitgehenden Selbststeuerung der wirtschaftlichen Prozesse endlich auf eine Weise in ihr Recht gesetzt, die nicht mehr zur Selbstzerstörung der menschlichen Zivilisation oder gar zur Vernichtung des Lebens auf diesem Planeten überhaupt führt, sondern in eine kreative, menschliche Zukunft mit einer regional strukturierten, dem Menschen wirklich dienenden Wirtschaft.
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
URL
https://www.alexandria.unisg.ch/handle/20.500.14171/65218
Subject(s)

other research area

Eprints ID
17340
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