Sicherung des Existenzminimums für alle Menschen. Eine Herausforderung für Ethik und Wirtschaftswissenschaft
Type
working paper
Date Issued
1984-01-01
Author(s)
Enderle, Georges
Abstract (De)
Aufgabe der "angewandten" Ethik - noch mehr als der Ethik überhaupt ist es, auf die Herausforderungen der Zeit einzugehen. Ihr Ethos besteht gerade darin, die ethische Signatur der Gegenwart ernst zu nehmen. Welchen Herausforderungen sind wir Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts ausgesetzt? Einer der drei Hauptkomplexe von überragender globaler Bedeutung besteht nach Auffassung der Mitglieder des Club of Rome im exponentiellen Wachstum der Weltbevölkerung, das nicht von einer entsprechenden kulturellen Evolution und von Vorkehrungen begleitet ist, allen Menschen das Existenzminimum zu sichern (Peccei u.a. 1983, S. 37). Die Sicherung des Existenzminimums ist keineswegs für alle Menschen heute und in den nächsten Jahrzehnten weder in den Entwicklungsländern noch in den Inudstrieländern gewährleistet. Diese Problematik stellt in verschiedener Hinsicht eine Herausforderung dar, nicht nur für die praktische Wirtschafts- und Sozialpolitik auf nationaler und internationaler Ebene, sondern auch für das Verständnis von Wirtschaftswissenschaft und Ethik überhaupt. Sie kann eine Neubesinnung in beiden Disziplinen herbeiführen und dadurch eine engere Begegnung von Ethik und Wirtschaftswissenschaft ermöglichen. In diesem Beitrag sollen am Beispiel der Armutsproblematik einige für diese angestrebte Begegnung wichtige Perspektiven aufgezeigt werden. Nach einer kurzen Darstellung von Ausmass und Bekämpfungsstrategien der Armut (2. Kap.) werden einige grundsätzliche Fragen der Definition, Erklärung und Bekämpfung von Armut diskutiert und der Berechtigungsansatz von A. Sen vorgestellt (3. Kap.).
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
Subject(s)
Eprints ID
17516