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Details

Umwelt und Entwicklung - Anmerkungen aus wirtschafts- und unternehmensethischer Perspektive

Type
working paper
Date Issued
1992-01-01
Author(s)
Wittmann, Stephan
Abstract (De)
Der Treibhauseffekt, das Ozonloch und die Zerstörung des tropischen Regenwaldes sind Phänomene, die der gesamten Welt ihre ökologische Gefährdung vor Augen führen. Unter dem programmatischen Titel "Umwelt und Entwicklung" prägen sie die als "Erdgipfel" bezeichnete Umwelt- und Entwicklungskonferenz der U.N.O. (UNCED) in Rio de Janeiro im Juni 1992. Wichtigstes Ergebnis im Vorfeld ist zum einen die Erkenntnis, dass ökologische Probleme nicht mehr nur einzelne Regionen oder Nationen betreffen, sondern eine globale Herausforderung darstellen und unverzügliche Aktionen aller Staaten erfordern. Zum anderen wird mit dieser Konferenz konzidiert, dass Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung miteinander verwoben sind und nicht länger als isolierte Probleme behandelt werden können. Ausgehend von diesen beiden Erkenntnissen, stellt die vorliegende Arbeit im Rahmen einer interdisziplinären Argumentation die Frage nach der globalen Dimension des Wirtschaftswachstums. Dabei steht das Spannungsfeld von Wachstumserfordernissen, weltweiter Gerechtigkeit einerseits und ökologischen Grenzen andererseits im Zentrum der Erörterung. Im ersten Teil zeigt die Begegnung mit den verschiedenen Phänomenen ökologischer Gefährdungen, wie Verursachung und Betroffenheit im internationalen System auseinanderfallen. Die globalen ökologischen Probleme unterliegen einer "exogenen Bedingtheit", die dadurch gekennzeichnet ist, dass zwar alle Menschen aller Staaten gleich Betroffene sind, aber relativ wenige Menschen in wenigen Staaten durch ihr Handeln zur Verursachung beitragen. In der Diskussion um den Zusammenhang dieser Ursachen mit dem Wirtschaftswachstum wird die westliche Wirtschaftsweise und Lebensform als ökologisch und sozial nicht verallgemeinerungsfähig identifiziert. Der zweite Teil widmet sich der Frage nach den Gründen der globalen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Disparitäten. Nach einer kritischen Bestandsaufnahme der Ergebnisse der bislang geleisteteten Entwicklungshilfe wird der ihr zugrundeliegende Wert- und Normkontext einer nachholenden Verwestlichung als kulturimperialistisch verdeutlicht. Die Funktionen und Dysfunktionen von multinationalen Unternehmen im Entwicklungsprozess werden vor dem Hintergrund einer internationalen Unternehmensethik diskutiert. Der dritte Teil stellt vor dem Hintergrund des Versagens einer wachstumsorientierten Entwicklungspolitik die Idee einer autochthonen und ökozentrierten Entwicklung vor und versucht, die zugrundeliegenden Wertdimensionen zu klären. Bei der Vorstellung strategischer und instrumenteller Konkretisierungen wird insbesondere der Frage nach Notwendigkeit und Nützlichkeit einer internationalen Verständigungsordnung im Hinblick auf eine ökologisch und sozial orientierte "Weltinnenpolitik" nachgegangen.
Language
German
HSG Classification
contribution to scientific community
Refereed
No
URL
https://www.alexandria.unisg.ch/handle/20.500.14171/64624
Subject(s)

other research area

Eprints ID
17298
Support
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