Der Lohn der Angst : Zur Normalisierung von Prekarität im neuen Geiste des Kapitalismus
Journal
Revue Économique et Sociale: Bulletin de la Société d'Etudes Economiques et Sociales
ISSN
0035-2772
Type
journal article
Date Issued
2011-03-01
Author(s)
Abstract (De)
Die modernen Sozialwissenschaften haben eine ganze Sammlung an Etiketten für unsere aktuelle Gesellschaftsform entwickelt, von "postindustrieller" bis "postmoderner" Epoche, von "Risikogesellschaft" bis ""Erlebnisgesellschaft" oder "Multioptionsgesellschaft" und man hat nur die Qual der Wahl, wenn man nach griffigen Kurzformeln für die Gegenwartsgesellschaft sucht. In einer kollektiven Forschungsarbeit von mehr als 30 SoziologInnen, publiziert im Jahre 2006, entschied man sich für das Konzept "Gesellschaft mit begrenzter Haftung"1 um rund 50 Tiefeninterviews mit Alltagsmenschen im gegenwärtigen Deutschland soziologisch gerahmt zu präsentieren. Grundtenor dieser Interviews war,
bei aller Unterschiedlichkeit der jeweiligen Menschen und Lebensschicksale, eine bestimmte Befindlichkeit, die man grob als Desorientierung oder auch Heimatlosigkeit beschreiben kann. Ziel dieser Zeitdiagnose war es, Menschen die sonst nicht gehört bzw. beachtet werden zu Wort kommen zu lassen, ihnen genau zuzuhören und als ihr Sprachrohr zu fungieren. In vielen dieser Gespräche kam ein Unbehagen an der Gegenwartsgesellschaft, wenn nicht gar ein Leiden an ihren Lebensverhältnissen zum Vorschein, das nicht allein auf materielle
Mangellagen verwies, selbst wenn Phänomene wie Armut und Prekarität in den heutigen postindustriellen Gesellschaften immer deutlicher zutage treten, sondern auch mit erfahrener Bindungslosigkeit, Isolation, Mangel an Solidarität und sozialen Zusammenhalt verbunden war.
bei aller Unterschiedlichkeit der jeweiligen Menschen und Lebensschicksale, eine bestimmte Befindlichkeit, die man grob als Desorientierung oder auch Heimatlosigkeit beschreiben kann. Ziel dieser Zeitdiagnose war es, Menschen die sonst nicht gehört bzw. beachtet werden zu Wort kommen zu lassen, ihnen genau zuzuhören und als ihr Sprachrohr zu fungieren. In vielen dieser Gespräche kam ein Unbehagen an der Gegenwartsgesellschaft, wenn nicht gar ein Leiden an ihren Lebensverhältnissen zum Vorschein, das nicht allein auf materielle
Mangellagen verwies, selbst wenn Phänomene wie Armut und Prekarität in den heutigen postindustriellen Gesellschaften immer deutlicher zutage treten, sondern auch mit erfahrener Bindungslosigkeit, Isolation, Mangel an Solidarität und sozialen Zusammenhalt verbunden war.
Language
German
HSG Classification
contribution to practical use / society
Refereed
Yes
Publisher
SEES
Publisher place
Lausanne
Volume
69
Number
1
Start page
39
End page
48
Pages
10
Subject(s)
Eprints ID
95406
File(s)![Thumbnail Image]()
![Thumbnail Image]()
Name
Der_Lohn_der_Angst_2011.pdf
Size
3.25 MB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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Name
01_Franz Schultheis - Beitrag UNIFR.FS.27.6.2010_BIS.pdf
Size
82.96 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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