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Details

Zwischen Feld und Labor: Technik und wissenschaftliche Praxis der Eisbohrkernforschung

Type
presentation
Date Issued
2024-05-04
Author(s)
Dania Achermann  
Abstract
Um die Jahrhundertwende war die Gletscherforschung stark geologisch orientiert, während Polarexpeditionen vor allem von europäischem und nordamerikanischem Entdeckungsdrang und Abenteuerlust geprägt waren. Beides fand jedoch in einer Umwelt mit extrem tiefen Temperaturen und ohne ausgebaute Infrastruktur im Feld statt. In der Zwischenkriegszeit gab es erste Versuche in der Schweiz, den fragilen Untersuchungsgegenstand Schnee zwar weiterhin im Feld, dort aber in einer besser kontrollierbaren Umgebung zu studieren: in einem Labor vor Ort. Fundamentale Veränderungen fanden allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Der Ausbau der militärischen Infrastruktur in Grönland ermöglichte Glaziologen einen besseren Zugang zu ihrem Forschungsobjekt in der Arktis. Gleichzeitig gewannen Methoden aus der Physik stark an Einfluss in den geowissenschaftlichen Disziplinen. So fanden auch Instrumente und Forschungsansätze aus physikalischen Labors Eingang in die Gletscherforschung.

In meinem Beitrag möchte ich die Beziehung zwischen der Gletscherforschung in der extremen Umwelt der Arktis und der Eisforschung in der kontrollierten Umgebung des Labors, bzw. des Feldlabors analysieren. Als Beispiel dienen diejenigen Arbeiten und Expeditionen hauptsächlich ab den 1950er Jahren, die zur Etablierung der Eisbohrkernforschung beitrugen. Woher kam das Interesse der Laborphysiker an Eis? Unter welchen Umständen konnten Sie an Polarexpeditionen teilnehmen? Welche Probleme und Möglichkeiten entstanden beim Zusammentreffen von labortechnischen Methoden und feldwissenschaftlicher Praxis? Das Ziel des Vortrages ist es zu untersuchen, wie sich Labortechnik und Forschungspraxis in der Eis- und Gletscherforschung gegenseitig beeinflussten und unter welchen Bedingungen diese Beziehung zu einem neuen eigenständigen Forschungsfeld führte: der Rekonstruktion von Klima aus Gletschereis.
Abstract (De)
Um die Jahrhundertwende war die Gletscherforschung stark geologisch orientiert, während Polarexpeditionen vor allem von europäischem und nordamerikanischem Entdeckungsdrang und Abenteuerlust geprägt waren. Beides fand jedoch in einer Umwelt mit extrem tiefen Temperaturen und ohne ausgebaute Infrastruktur im Feld statt. In der Zwischenkriegszeit gab es erste Versuche in der Schweiz, den fragilen Untersuchungsgegenstand Schnee zwar weiterhin im Feld, dort aber in einer besser kontrollierbaren Umgebung zu studieren: in einem Labor vor Ort. Fundamentale Veränderungen fanden allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Der Ausbau der militärischen Infrastruktur in Grönland ermöglichte Glaziologen einen besseren Zugang zu ihrem Forschungsobjekt in der Arktis. Gleichzeitig gewannen Methoden aus der Physik stark an Einfluss in den geowissenschaftlichen Disziplinen. So fanden auch Instrumente und Forschungsansätze aus physikalischen Labors Eingang in die Gletscherforschung.

In meinem Beitrag möchte ich die Beziehung zwischen der Gletscherforschung in der extremen Umwelt der Arktis und der Eisforschung in der kontrollierten Umgebung des Labors, bzw. des Feldlabors analysieren. Als Beispiel dienen diejenigen Arbeiten und Expeditionen hauptsächlich ab den 1950er Jahren, die zur Etablierung der Eisbohrkernforschung beitrugen. Woher kam das Interesse der Laborphysiker an Eis? Unter welchen Umständen konnten Sie an Polarexpeditionen teilnehmen? Welche Probleme und Möglichkeiten entstanden beim Zusammentreffen von labortechnischen Methoden und feldwissenschaftlicher Praxis? Das Ziel des Vortrages ist es zu untersuchen, wie sich Labortechnik und Forschungspraxis in der Eis- und Gletscherforschung gegenseitig beeinflussten und unter welchen Bedingungen diese Beziehung zu einem neuen eigenständigen Forschungsfeld führte: der Rekonstruktion von Klima aus Gletschereis.
Language
German
Pages
33
Event Title
gtg-Jahrestagung 2024 Explorationstechnik und extreme Umwelten
Event Location
Berlin
Event Date
2.-4.5.24
URL
https://www.alexandria.unisg.ch/handle/20.500.14171/120194
File(s)
Thumbnail Image
Name

Präsentation GTG 2024: Zwischen Feld und Labor: Technik und wissenschaftliche Praxis der Eisbohrkernforschung.pdf

Size

4.77 MB

Format

Adobe PDF

Checksum (MD5)

9d6a1d767f513c8057d071dfdb3f2194

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