Von AI Literacy zu Context Literacy? Kontextbewusste Inputgestaltung als Herausforderung der Hochschullehre im Zeitalter generativer KI
Type
conference contribution
Date Issued
2026-09-22
Author(s)
Abstract
Die rasche Verbreitung generativer KI hat Hochschulen und Universitäten vor die Aufgabe gestellt, Lehrende und Studierende beim kompetenten Umgang mit neuen Technologien zu unterstützen (Berger-Konen, C. 2025). Im Mittelpunkt stand dabei stets der Erwerb von AI Literacy, verstanden als die Fähigkeit, KI-gestützte Werkzeuge primär produktiv einzusetzen und – sekundär – die Anwendung zu reflektieren. Gleichzeitig verändern Large Language Models (LLMs) grundlegende Bedingungen akademischer Wissensproduktion. Hiermit produzierte Antworten und Artefakte entstehen aber nicht unabhängig von den Nutzenden, sondern werden wesentlich durch Rollenangebote, Zielsetzungen, bereitgestellte Materialien und den Verlauf einer Interaktion geprägt.
Der Beitrag argumentiert, dass die bisherige Fokussierung auf Toolkompetenz und Outputkontrolle zu kurz greift. Mit der zunehmenden Integration generativer KI in Studium und Lehre gewinnt die Frage an Bedeutung, wie die Kontextabhängigkeit von LLMs didaktisch adressiert werden kann. Kritische KI-Kompetenz umfasst demnach nicht allein die Bewertung von Ergebnissen, sondern auch die Fähigkeit, die eigene Beteiligung an deren Hervorbringung zu er-kennen und zu reflektieren.
Ausgehend von den Erfahrungen des hochschulübergreifenden Projekts „AI Literacy“ der Universität St. Gallen, der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und der FH OST wird die Entwicklung gegenwärtiger Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote für Lehrende nachgezeichnet. Während erste Maßnahmen auf Sensibilisierung, Toolkenntnis und Erfahrungsaustausch zielten, zeigt sich zunehmend die Notwendigkeit einer zweiten Entwicklungsstufe, die die Kontextgestaltung in den Mittelpunkt rückt. Der Beitrag schlägt hierfür das Konzept der „kontextbewussten Inputgestaltung“ vor. Dieses beschreibt die Fähigkeit, Kontextsetzungen zu analysieren, Kontextverengungen zu erkennen und alternative Perspektiven gezielt in KI-gestützte Arbeitsprozesse einzubringen.
Anhand ausgewählter Erfahrungen aus Lehrentwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen wird diskutiert, welche Konsequenzen sich daraus für Curricula, Prüfungsformate, Lehrhaltungen und Supportstrukturen ergeben. Der Beitrag plädiert dafür, AI Literacy um eine Dimension der Context Literacy (Meisel, S. & Lohr, F. 2026) zu erweitern und die Reflexion von Kontexten als eigenständiges Lernziel zukünftiger Hochschullehre zu verstehen.
Der Beitrag argumentiert, dass die bisherige Fokussierung auf Toolkompetenz und Outputkontrolle zu kurz greift. Mit der zunehmenden Integration generativer KI in Studium und Lehre gewinnt die Frage an Bedeutung, wie die Kontextabhängigkeit von LLMs didaktisch adressiert werden kann. Kritische KI-Kompetenz umfasst demnach nicht allein die Bewertung von Ergebnissen, sondern auch die Fähigkeit, die eigene Beteiligung an deren Hervorbringung zu er-kennen und zu reflektieren.
Ausgehend von den Erfahrungen des hochschulübergreifenden Projekts „AI Literacy“ der Universität St. Gallen, der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und der FH OST wird die Entwicklung gegenwärtiger Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote für Lehrende nachgezeichnet. Während erste Maßnahmen auf Sensibilisierung, Toolkenntnis und Erfahrungsaustausch zielten, zeigt sich zunehmend die Notwendigkeit einer zweiten Entwicklungsstufe, die die Kontextgestaltung in den Mittelpunkt rückt. Der Beitrag schlägt hierfür das Konzept der „kontextbewussten Inputgestaltung“ vor. Dieses beschreibt die Fähigkeit, Kontextsetzungen zu analysieren, Kontextverengungen zu erkennen und alternative Perspektiven gezielt in KI-gestützte Arbeitsprozesse einzubringen.
Anhand ausgewählter Erfahrungen aus Lehrentwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen wird diskutiert, welche Konsequenzen sich daraus für Curricula, Prüfungsformate, Lehrhaltungen und Supportstrukturen ergeben. Der Beitrag plädiert dafür, AI Literacy um eine Dimension der Context Literacy (Meisel, S. & Lohr, F. 2026) zu erweitern und die Reflexion von Kontexten als eigenständiges Lernziel zukünftiger Hochschullehre zu verstehen.
Language
German
Keywords
AI Literacy
Context Literacy
KI-Kompetenz
HSG Classification
contribution to education
Refereed
Yes
Event Title
GMW Jahrestagung 2026: Lebenslanges Lernen und akademische Praxis in Zeiten von KI: Organisationale, soziale und didaktische Transformation
Event Location
Wien
Event Date
21.09.-23.09.2026
Subject(s)
Division(s)
File(s)![Thumbnail Image]()
Name
GMW2026_Context_Literacy_final.pdf
Size
219.7 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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